Marktkommentare
Disclaimer
Die in diesem Marktbericht enthaltenen Aussagen geben die aktuelle Markteinschätzung von Conrad-Storz AG wieder.
Die Informationen stellen keine Beratung bzw. Empfehlung zum Kauf bzw. Verkauf von Brenn- oder Triebstoffen dar. Für die Richtigkeit und/oder Vollständigkeit der Informationen können wir keine Gewähr übernehmen. Alle Angaben hinsichtlich der Preisentwicklung sind indikativer Natur, beziehen sich auf die Vergangenheit und erlauben keine garantierten Prognosen für die Zukunft.












Marktkommentar 28.01.2026
Trotz der extremen Kältewelle in Nordamerika wird der Ölpreis leicht schwächer gehandelt. Eine flächendeckende Schneelage in weiten Teilen der USA hat den Strassenverkehr deutlich reduziert und damit die Treibstoffnachfrage belastet. Zusätzlich meldete die US-Transportsicherheitsbehörde TSA für den 25. Januar ein Fünfjahrestief bei den Passagierzahlen, was auf eine nachlassende Nachfrage im Flugverkehr hindeutet.
In Europa richtet sich der Blick auf Frankreich, wo die Gewerkschaft CGT ab heute einen 24-stündigen Streik in mehreren Anlagen von Total angekündigt hat. Die Arbeitsniederlegung dürfte den Betrieb spürbar beeinträchtigen, einschliesslich eines Stopps der Beladungen in grossen Raffinerien wie Gonfreville (246.900 Barrel pro Tag), und könnte weitere Lieferketten stören.
Im Nahen Osten ist die Trägerkampfgruppe USS Abraham Lincoln eingetroffen, während Präsident Trump den Druck auf den Iran erhöht. Die militärische Präsenz unterstreicht die anhaltenden geopolitischen Spannungen in der Region und sorgt für erhöhte Aufmerksamkeit am Markt.
Nach der Gefangennahme von Nicolás Maduro und dem politischen Machtwechsel in Venezuela haben die USA faktisch die Kontrolle über die Vermarktung und Steuerung grosser Teile der venezolanischen Ölexporte übernommen. Laut Reuters betrifft dies bis zu fünf Millionen Barrel Öl, die im Rahmen eines Abkommens zwischen Washington und Caracas stehen.
Die Marktreaktionen auf das aktuelle politische Klima, insbesondere Präsident Trumps Absichten bezüglich Grönlands und seinen Umgang mit Verbündeten, haben Händler beunruhigt.
Insgesamt bleibt die Preisentwicklung volatil. Angebotsrisiken und geopolitische Spannungen wirken kurzfristig stützend, während nachfrageseitige Schwäche und Unsicherheiten über das tatsächliche Ausmass der Streikfolgen belastend wirken. Ein klarer Trend ist derzeit nicht erkennbar, da die Einflussfaktoren gleichzeitig und teilweise gegenläufig wirken.